Eine Alternative?

Warum ist das Trockenfutter trotz allem so unveränderlich in den Köpfen der Meerschweinchenbesitzer verwurzelt? Warum verzichtet man nicht einfach darauf, wenn doch mittlerweile so klar ist, daß es zur gesunden Ernährung eines Meerschweinchens nicht beitragen kann?
Ein wesentlicher Grund ist sicher die fortwährenden Fehlinformierung angehender Schweinchenbesitzer durch Angestellte in Zoogeschäften. Hier ist man natürlich daran interessiert, den zukünftigen Tierfutterkäufer auch weiterhin zu binden, und das tut man nicht, indem man ihn zum Gemüseeinkauf in den Supermarkt schickt, sondern dadurch, daß man ihm die Vorteile des geschäftseigenen Meerschweinchenfutters anpreist.
Ein anderer Grund ist vermutlich, daß das Trockenfutter so schön sauber und einfach zu handhaben ist. Man muß sich nicht mit Heuhalmen in der ganzen Wohnung herumplagen oder Gemüse putzen und dessen übriggebliebene Reste mühsam wieder aus dem Käfig heraussammeln, damit nichts schimmelt, sondern greift kurz zum Futterpaket und schüttet ein paar Körner und Pellets in den Futternapf. Und das Ganze ist auch noch fast ewig haltbar.

Zugegeben, die gesunde Methode ist ein wenig aufwendiger als die ungesunde, aber man kann sich mit ein paar einfachen Mitteln auch hier ein wenig Bequemlichkeit schaffen, ohne daß es zu Lasten der Gesundheit unserer Meerschweinchen geht. :)


Heuraufen

Damit Heu von den Schweinchen nicht gleich auf dem Boden zertreten und verschmutzt wird, gibt man es am Besten in Heuraufen. Hier können sich die Tiere jederzeit bedienen und das Heu bleibt sauber. Außerdem fliegt nicht soviel davon in der Wohnung herum.
Allerdings macht den Meerschweinchen ein großer Heuhaufen in der Mitte des Geheges oder Auslaufs so viel Spaß, daß ich persönlich in den meisten Fällen auf einen heuhalmfreien Teppich verzichte. Bei uns gibt es Raufen und Haufen... Falls auch du deinen Schweinchen so eine "Heuparty" spendieren willst, vergiß die Kamera nicht. Du wirst sie brauchen. ;)


Gemüsespieße

Im Tierhandel gibt es sogenannte Gemüsespieße zu kaufen. Auf diese Spieße wird, wie der Name schon vermuten läßt, Gemüse gesteckt, und dann hängt man das Ganze in einer erreichbaren Höhe für die Schweinchen auf.
Diese Spieße haben gleich drei Vorteile. Zum einen bringen sie die Meerschweinchen dazu, sich zu bewegen und sich zu beschäftigen. Desweiteren kommt das Gemüse nicht mit dem Kot oder Urin der Tiere in Kontakt; Für die nötige Hygiene ist also auch gesorgt. Und schließlich bleiben übriggebliebene Reste im Allgemeinen auf dem Spieß und werden von den Tieren nicht im gesamten Gehege verteilt, so daß man nachher auf die Suche gehen müßte.


Getrocknetes

Wer sagt, daß man in Sachen Trockenfutter auf die handelsüblichen Sorten beschränkt sein muß? Wer seinen Meerschweinchen ein gesundes Trockenfutter anbieten möchte, der kann es auch ganz einfach selbst mixen. Dabei verzichtet man sinnvollerweise auf Schädliches wie Getreide und Melasse und verwendet nur für Meerschweinchen unbedenkliche Nahrungsmittel.
Ein Rezept dazu habe ich auf der Website Unsere Rasselbande gefunden, wo es übrigens noch viele andere interessante Informationen zum Thema Meerschweinchen gibt. Ich verwende dieses Rezept in verschiedenen leicht abgewandelten Formen, und die Schnuten lieben es.

Du brauchst dazu:

  • getrocknete Kräuter (z.B. Spitzwegerich, Pfefferminze, Brennessel, Löwenzahn, Melisse, Weißdorn)
  • getrocknete Blüten (z.B. Kamillenblüten, Rosenblütenblätter, Gänseblümchen, Ringelblumenblüten, Rotkleeblüten, Hopfenblüten, Sonnenblumenblütenblätter, Kornblumenblüten )
  • Rote-Beete-Würfel
  • Karottenwürfel
  • Erbsenflocken (wenig)
  • Maisflocken (wenig)
  • Sonnenblumenkerne (wenig, gegen Lippengrind)

Die Zutaten zu dieser Mischung bestelle ich im Internet. Die Links dazu findest du auf meiner Linkseite. Wer Kräuter selbst trocknen möchte, sollte darauf achten, daß die Pflanzen mindestens 6 Wochen lang trocknen, bevor sie den Meerschweinchen gegeben werden. Außerdem sollte man sich in diesem Fall sehr gut mit Pflanzen auskennen und nur geeignete Sammelstellen ansteuern. Kräuter sollten nicht an Straßenrändern gepflückt werden und auch nicht dort, wo viele Hundebesitzer mit ihren Hunden entlanggehen.