Das Meerschweinchengebiß besteht aus 4 Nagezähnen
und 16 Backenzähnen. Zwar gibt es auch bei Meerschweinchen
ein Milchzahngebiß, der Zahnwechsel findet aber bereits
im Mutterleib statt.
Die Nagezähne werden zum Abbeißen und Nagen, die Backenzähne
zum Mahlen der Nahrung verwendet. Alle Zähne wachsen ständig
nach und müssen entsprechend auch ständig abgenutzt
werden, da es sonst zu Zahnfehlstellungen kommen kann. Um den
Zahnabrieb zu gewähren, ist eine rohfaserreiche Ernährung
notwendig. Es ist nicht nur das Nagen (wie z.B. an Holz) an sich
nötig, sondern auch ein längeres Mahlen mit den Backenzähnen.
Daraus folgt, daß immer etwas angeboten werden sollte, das
die Meerschweinchen zum Nagen und Mahlen anregt. Dazu gehört
vor allem Heu, da das Tier hier relativ lange kauen muß,
um es zu zerkleinern. Auch Äste verschiedener Baumarten sollte
man von Zeit zu Zeit anbieten. Vermieden werden sollten Nahrungsmittel,
die schnell im Mund zerfallen, wie es bei vielen Bestandteilen
von handelsüblichem Trockenfutter oder generell bei Pellets
der Fall ist.
Trockenfutter und Pellets sollten also so wenig wie möglich
- am besten gar nicht gegeben werden. Sie verhindern einen ausreichenden
Zahnabrieb auch dadurch, daß sie die Tiere sehr satt machen
und eine zusätzliche ausreichende Aufnahme von Heu und Rinde
verhindern. Ein sattes Meerschweinchen frißt natürlich
erst einmal nichts mehr.
Da die Zähne eines Meerschweinchens andauernd nachwachsen,
wird natürlich auch laufend Calcium, ein wesentlicher Bestandteil
der Zahnsubstanz, benötigt. Auf der anderen Seite kann aber
das Calcium, das durch den ständigen Zahnabrieb in den Mund
des Tieres gelangt, in dessen Darm wieder aufgenommen werden.
So ist eine Unterversorgung mit Calcium nicht zu erwarten. Mineralien
finden sich ausreichend in Kräutern, die zur Ernährung
eines Meerschweinchens dazugehören.
Daraus folgt, daß es nicht nötig ist, einem Meerschweinchen
zusätzliche Mineralien zuzuführen. Salzlecksteine können
sogar eher noch schädlich sein, da manche Meerschweinchen
sich eher aus Langeweile mit ihnen beschäftigen und so eher
zu viele Mineralien zu sich nehmen. Dadurch kann es zur Ausbildung
von Blasengrieß und Blasensteinen kommen.
Man sollte also besser auf einen Salz- oder Mineralienleckstein
verzichten. Stattdessen kann man seinen Tieren ab und zu einmal
ein paar Kräuter gönnen. Ein kleiner Strauß Petersilie
(nicht zu viel, da eben sehr viel Calcium enthalten ist) tut einen
besseren Dienst als ein solcher Stein und ist auch leichter zu
dosieren.