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Bauanleitung

Hier links ist unser erster Käfig zu sehen. 120 cm x 60 cm Bodenfläche waren für die drei kleinen Meerschweinchen gerade noch ausreichend, da sie jeden Tag Auslauf hatten. Für die ausgewachsenen Tiere reicht der Platz aber nicht mehr. Die Meerschweinchen waren wohl der gleichen Meinung... Sie haben sich jedenfalls bisher noch nicht über das neue Gehege beschwert ;)
Und rechts ist nun der Eigenbau. Der kleinere Käfig stand lange noch daneben und wurde einfach mitgenutzt. Mittlerweile haben wir ihn aber ausrangiert und einen festen Auslauf mit mehreren Etagen an die Stelle gesetzt.

Wir hatten uns nach langem hin und her dafür entschieden, ein IKEA-Regal zweckzuentfremden. Das IVAR-Regal scheint da häufiger benutzt zu werden (Das habe ich aber leider erst erfahren, nachdem wir uns mühsam x verschiedene Regale und Schränke angeschaut hatten... *seufz* ;) ). Es hat eine Tiefe von 50 cm und kann mit verschiedenen Einlegeböden ganz unterschiedlich zusammengebaut werden. Da wir sehr wenig Platz haben, haben wir mehr in die Höhe bauen müssen und das leider nur auf einer Fläche von 1,35 x 50 cm, aber prinzipiell gilt, daß die Grundfläche für die Schweinchen so groß wie möglich sein sollte. 1,20 x 60 cm sollte dabei die Mindestgröße sein, weshalb unsere Schweinchen nun auch einen Dauerauslauf dazubekommen haben.

Wir haben die Einlegeböden des Regals in unterschiedlichen Höhen angebracht, so daß die Meerschweinchen von einer Ebene in die jeweils höher gelegene springen können. Unser Regal ist 2,40 m hoch, so daß wir die oberen beiden Ebenen selbst nutzen können. Für die Schweinchen haben wir nur die vier unteren Ebenen ausgebaut, da man sie oben nicht mehr beobachten könnte und auch die Reinigung schwierig würde.

Danach haben wir hinten eine Sperrholzplatte als Rückwand angebracht. Das hält die Einstreu zurück und macht das Regal stabiler.

Nach dem Zusammenbau haben wir den Gehegebereich mit Acryl Weißlack gestrichen. Der ist schadstoffarm, und nach dem Trocknen wasserfest und das Ganze läßt sich beim Reinigen gut abwaschen. Er trocknet ziemlich schnell - nach 2 Stunden kann man schon die zweite Schicht Lack auftragen. Danach sollte man das Ganze einen Tag auslüften lassen, bevor man weiterbastelt. Zum Lackieren kann man übrigens auch Spielzeuglack benutzen.

An beiden Seitenwänden haben wir Robexglasplatten angebracht, in die wir mehrere Luftlöcher gebohrt haben. Das soll mit für den Luftaustausch sorgen. Robexglas und auch Plexiglas sind relativ leicht zu verarbeiten. Wir haben sie uns im Baumarkt zuschneiden lassen und mußten dann selbst nur noch ein paar Löcher bohren. Dafür benutzt man am besten einen Holzbohrer und bohrt bei niedriger Drehzahl. Dann wird nämlich von außen nach innen gebohrt und so nicht soviel Druck auf das Plexiglas ausgeübt. Nägel sollte man nicht hineinschlagen, ohne die Löcher vorgebohrt zu haben, sonst splittert das Plexiglas
Zwischen das Robexglas und die Einlegeböden mußten wir noch ein paar Leisten schrauben, da zwischen den Regalböden und unserer Glasaußenwand noch größere Spalten offenblieben.

Dann war der Boden dran. Durch den Lack sind die Wände ausreichend geschützt, aber der Boden muß bei unseren Meerschweinchen etwas mehr aushalten. Wir haben ihn deshalb mit PVC ausgelegt. Den gleichen Zweck erfüllt aber auch eine wasserundurchlässige Folie (z.B. Teichfolie). Den PVC-Boden habe ich mit einem doppelseitigen Teppichklebeband befestigt.

An die Innenseiten der Regalböden wurden dann mit Winkeln 3 cm hohe Leisten angebracht, die verhindern sollen, daß die Einstreu von den oberen Ebenen hinunterfällt.

Danach ging's an die Vorderfront. Zuerst habe ich an jeden Regalboden vorn eine Leiste geschraubt und daran wiederum eine 6 cm hohe Plexiglasscheibe befestigt, Diese dient dann später als Streuschutz, verhindert also, daß beim Öffnen der Klappen zum Reinigen die Einstreu herausfällt.

Die Klappen selbst bestehen aus Plexiglas. Ich habe sie mit Scharnieren außen am Holz festgeschraubt. Sie sind so groß, daß sie durch die Seitenwände des Regals gehalten werden, also nicht nach innen wegklappen. Außen werden sie an beiden Seiten durch kleine Riegel gehalten. Die waren allerdings ziemlich teuer. Habe sie mir schenken lassen :) Das Plexiglas soll auf Dauer vom Urin der Schweinchen angegriffen werden und dann etwas trüb werden können. Da unser Eigenbau noch nicht lange in Gebrauch ist, kann ich dazu selbst nichts sagen, allerdings haben wir vorsichtshalber die Scheiben so angebracht, daß sie zur Not leicht durch neue ersetzt werden können.

Schließlich müssen noch sämtliche Ecken und Ritzen mit Silikon verschlossen werden. Es soll ja keine Feuchtigkeit hineinkommen. Wir haben dafür Sanitärsilikon verwendet, man kann aber auch (vielleicht sogar besser, weil verträglicher) Aquariensilikon nehmen. Nach dem Trocknen des Silikons (dauert etwa 24 Stunden) sollte das Ganze aber noch eine Weile ausdünsten. Das kann mehrere Tage dauern. Sowohl PVC als auch Silikon enthalten Lösungsmittel, die man seinen Schweinchen nicht unbedingt zumuten sollte.

Und dann kommt das Wichtigste. Man nehme drei Meerschweinchen, die mittlerweile schon ziemlich angenervt sind, weil sie in der Endphase längere Zeit auf dem Flur stehen mußten und seit 2 Tagen keinen Auslauf mehr hatten, und lasse sie auf das Kunstwerk los... Und vergesse nicht, den Fotoapparat zur Hand zu haben. :)


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